Artikel Nr. 5 in einfacher Sprache

Vögel beobachten – Natur hautnah erleben
Was ist Birding?
Vögel beobachten wird auch Birding genannt.
Man schaut sich Vögel genau an.
Man hört auf ihre Stimmen.
Vögel leben überall:
Im Garten, im Park, im Wald oder in der Stadt.
Vögel sind bunt, singen schön und sind sehr verschieden.
Vögel beobachten hilft dir, die Natur besser zu sehen und zu hören.
Es macht Spaß, bringt Ruhe und hilft beim Lernen.
Warum ist das Beobachten von Vögeln gut für die Gesundheit?
Es hilft beim Entspannen.
Man wird achtsamer.
Es macht den Kopf frei und senkt Stress.
Man ist draußen in der Natur und bewegt sich – zum Beispiel bei einem Spaziergang.
Man fühlt sich ruhig und verbunden mit der Natur.
So kannst du Vögel beobachten
Vögel beobachten ist einfach.
Du brauchst keine teure Ausrüstung.
Du kannst gleich anfangen – im Garten, im Park oder am Fenster.
Schau auf die Farben, Größe und Bewegung des Vogels.
Höre gut auf den Gesang.
Schreibe auf, was du gesehen hast – das hilft beim Lernen.
Mit der Zeit erkennst du die Vögel besser.
Welche Hilfsmittel sind nützlich?
- Ein Fernglas hilft. Ein gutes Fernglas für Anfänger ist 8×42.
Aber auch ohne Fernglas kannst du Vögel beobachten – z. B. am Fenster oder beim Futterhaus. - Eine App oder ein Buch hilft beim Erkennen der Vögel.
Die App „Merlin Bird ID“ erkennt Vögel auch an ihrer Stimme.
So kannst du Vogelstimmen lernen. - Ein Notizbuch oder Smartphone hilft dir beim Merken.
Du kannst aufschreiben, welche Vögel du gesehen hast, wie viele und was sie gemacht haben.
Wann ist die beste Zeit?
Frühmorgens: Viele Vögel singen und suchen Futter.
Am späten Nachmittag: Auch da sind viele Vögel aktiv.
Im Frühling und Herbst: Viele Vögel fliegen in den Süden oder kommen zurück.
Im Winter: Man sieht besondere Vögel – vor allem an Futterstellen.
Wo kann man Vögel beobachten?
Gärten und Parks: Eignet sich gut für Anfänger:innen – z. B. Spatzen, Amseln, Meisen sieht man hier.
Wälder: Man sieht z. B. Spechte oder Eulen (abends).
Seen und Flüsse: Hier leben Enten, Möwen, Reiher.
Wiesen und Felder: Man sieht Störche, Greifvögel, Fasane.
Auch Balkon oder Fenster mit Futterhäuschen sind gute Orte!
Wichtig: Beobachte mit Abstand, damit du die Vögel nicht störst.
Tipp: Je vielfältiger die Landschaft, desto mehr verschiedene Vögel.
Mitmachen: Citizen Science
Citizen Science heißt: Du hilfst Wissenschaftler:innen.
Du beobachtest Vögel und schickst deine Daten an ein Projekt.
So hilfst du beim Schutz der Natur – auch wenn du kein Profi bist.
Beispiele:
Österreich: „Stunde der Wintervögel“ von BirdLife.
Hier zählen Menschen 1 Stunde lang Vögel im Winter.
Stunde der Wintervögel | Birdlife
Slowenien: eBird – Vögel werden online oder mit App gemeldet.
Frankreich:
BirdLab: Vögel an Futterstellen zählen mit einer App.
FeederWatch: Vögel im Winter beobachten und melden.
Rumänien & Europa:
EBCC-Projekte – große Zählungen für den Vogelschutz.
Vogelstimmen erkennen
Vögel singen verschieden.
Wenn du oft zuhörst, erkennst du mit der Zeit viele Arten.
Es gibt tolle Internetseiten mit Vogelstimmen zum Üben:
Warum Vögel zu beobachten toll ist
Vögel zu beobachten ist einfach, gesund und macht Freude.
Du lernst die Natur besser kennen.
Du hilfst beim Schutz der Vögel.
Du brauchst nur: Zeit, Ruhe und Interesse.
Also: Fernglas schnappen – rausgehen – und Vögel entdecken!
Artikel Nr. 5 in Standardsprache
Birding – Die Natur hautnah erleben mit der Kunst der Vogelbeobachtung
Birding – Die Natur hautnah erleben mit der Kunst der Vogelbeobachtung
Birding, also die Beobachtung und Bestimmung von Vögeln, ist weit mehr als ein Freizeitvergnügen. Es ist eine Einladung, die Natur mit offenen Augen und Ohren zu erleben. Vögel sind überall – in Gärten, Parks, Wäldern und sogar in Städten. Ihre Vielfalt, Farbenpracht und Gesänge machen Birding zu einer Aktivität, die Achtsamkeit, Wissen und Freude vereint. Wer sich auf Birding einlässt, entdeckt nicht nur die Schönheit der Natur, sondern auch eine neue Form der Entspannung und des bewussten Lebens.
Wie sich Birding auf die Gerundheit auswirkt
Vogelbeobachtung reduziert Stress, steigert die Achtsamkeit und verbessert die mentale Gesundheit. Schon wenige Minuten in der Natur können das Wohlbefinden erhöhen. Außerdem fördert Birding Bewegung – sei es beim Spaziergang im Park oder bei Exkursionen in die Natur. Die Kombination aus frischer Luft, sanfter Aktivität und konzentrierter Wahrnehmung macht Birding zu einer idealen Methode, um Körper und Geist in Einklang zu bringen. Birding erweckt das Gefühl, mit der Natur verbunden und geerdet zu sein.
Wie fängt man an?
Der Einstieg ins Birding ist einfach und erfordert keine teure Ausrüstung. Beginne in deiner Nähe – im Garten, Park oder an einem Gewässer, sogar vom Fenster ist die Beobachtung von Vögeln bequem möglich, besonders wenn es draußen kalt ist oder schneit. Wichtig ist, Ruhe zu bewahren und sich auf das Geschehen einzulassen: Beobachte Details wie Gefiederfarben, Körpergröße, Verhalten, Flugstil und Gesang der Vögel, die dir mit der Zeit vertraut werden. Notiere deine Beobachtungen, denn das schärft den Blick und hilft beim Lernen.
Tipps für Grundausstattung
- Ein Fernglas ist sehr hilfreich: Ein Modell mit 8×42 ist ideal für Einsteiger – leicht, hell und handlich. Es ist aber nicht zwingend notwendig – wer z.B. ruhig und entspannt in der Nähe eines Futterhäuschens oder am heimeligen Fenster Platz nimmt, wird auch so manche wunderbare Begegnung mit unseren gefiederten Freunden erleben.
- Eine Bestimmungs-App oder ein Vogelführer ermöglichen die sichere Erkennung der Tiere: Apps wie Merlin Bird ID helfen bei der schnellen Identifikation, wobei sie die Vögel auch anhand ihres Gesanges erkennen. Damit kann man also auch sehr gut Vogelstimmen erlernen.
- Ein Notizbuch und Smartphone zum Festhalten deiner Beobachtungen: Neben Fotos kannst du auch z.B. die Anzahl, Artenvielfalt und artspezifisches Verhalten dokumentieren. Dadurch schaffst du dir zusätzlich zu einem Wissensschatz eine schöne Erinnerung.
Die besten Orte und Zeiten
Die Wahl des richtigen Ortes und der passenden Zeit ist entscheidend für erfolgreiche Beobachtungen:
- Tageszeit: Frühmorgens ist die Aktivität der Vögel am höchsten, besonders bei Sonnenaufgang – sie singen, suchen Futter oder fliegen herum. Die Luft ist ruhig, und man hört die Vogelstimmen besonders gut. Auch der späte Nachmittag lohnt sich. Ungefähr 1–2 Stunden vor Sonnenuntergang sind viele Vögel besonders aktiv, bevor sie ruhen. Es ist eine gute Zeit, um Vögel im Flug oder beim Fressen zu beobachten.
- Jahreszeit: Im Frühling und Herbst sieht man besonders viele Vögel – denn es ist Zugzeit. Viele Arten fliegen dann in den Süden oder kommen zurück. Auch im Winter lassen sich spezielle Arten entdecken – und es ist besonders einfach, Vögel zu beobachten, nicht nur wegen der Futterhäuschen.
- Orte: In Parks und Gärten leben viele Stadtvögel wie Spatzen, Amseln oder Meisen, die für Anfänger:innen leicht zu beobachten sind. Wälder und Waldränder sind ideal für das Beobachten spezieller Arten, z. B. Spechte oder Eulen (abends). Leise gehen und gut zuhören lohnt sich. Viele Vögel leben aber auch in Feuchtgebieten (Seen, Flüsse) oder an Küsten: Wasservögel wie Enten, Reiher oder Möwen findet man dort. Auf Wiesen und Feldern leben z.B. Feldlerchen, Störche, Fasane oder Greifvögel. Diese sollte man mit dem mit etwas Abstand beobachten, um die Tiere nicht zu stören.
Generell gilt, je vielfältiger die Landschaft, desto artenreicher. Aber auch der Garten oder sogar eigene Balkon lässt sich mittels Vogelhäuschen und Vögeltränke zum Vogelparadies erwecken.
Citizen Science – Mitmachen und helfen
Wenn du bei sogenannten Citizen-Science-Projekten mitmachst, kannst du die Wissenschaft unterstützen. Dabei geht es darum, deine Beobachtungen mit Forschenden zu teilen und sie dadurch beim Sammeln von wichtigen Daten zu unterstützen. Deine Beobachtungen sind wertvoll und du musst dafür keine Expert:in sein! In vielen Ländern gibt es Projekte, wie zum Beispiel diese:
- Österreich: Das größte Citizcen Science Projekt in Österreich ist die Stunde der Wintervögel von BirdLife Österreich, bei dem es um die Erforschung der am häufigsten vorkommenden Wintervogelarten in Städten und Dörfern geht. Teilnehmende zählen eine Stunde lang die Anzahl der Vogelarten und Exemplare.
Stunde der Wintervögel | Birdlife
- In Slowenien gibt es das eBird-Netzwerk: Dieses ist Teil des globalen eBird-Projekts (Cornell Lab of Ornithology), bei dem Beobachtungen online oder per App gemeldet werden. Daten fließen in internationale Biodiversitätsdatenbanken.
- In Frankreich ist BirdLab eine spielerische App, um Vögel an Futterstellen zu zählen und das Verhalten zu dokumentieren. FeederWatch hingegegen ist ein Langzeitprojekt zur Erfassung von Wintervögeln an Futterstellen.
https://www.mnhn.fr/en/birdlab-observe-bird-behaviour-at-the-feeder
https://feederwatch.org/fr/propos-du-projet-feederwatch/apercu-du-projet/
- In Rumänien (und anderswo) gibt es EBCC-Projekte: Das EBCC (European Bird Census Council) koordiniert europaweite Monitoring-Projekte wie den „European Breeding Bird Atlas“ und den „Pan-European Common Bird Monitoring Scheme“.
Diese Initiativen helfen, Bestände zu überwachen und den Schutz von Lebensräumen zu verbessern.
Vogelstimmen erkennen
Das Erkennen von Gesängen ist eine Kunst – und macht Birding noch spannender. Dabei helfen auch Online-Datenbanken wie Xeno-Canto und Macaulay Library, sie bieten Tausende Vogelstimmen zum Üben. Mit der Zeit wirst du typische Melodien und Rhythmen bestimmter Arten intuitiv erkennen.
https://www.macaulaylibrary.org/
Birding ist wunderbar
Birding ist eine leicht zugängliche und bereichernde Aktivität für alle Altersgruppen. Es verbindet Naturerlebnis, Lernen und Gesundheit – und trägt zum Schutz der Vogelwelt bei. Also: Fernglas schnappen, rausgehen und die Welt der Vögel entdecken!
- Quellen und weiterführende Literatur:
- MISCHITZ, V. (2019): Birding für Ahnungslose.1. Auflage, Kosmos-Verlag Stuttgart.
- Merlin Bird ID – Free, instant bird identification help and guide for thousands of birds – Identify the birds you see
- BirdLife Österreich: Wir geben unseren Vögeln eine Stimme. | Birdlife
- Birding Your Way to Well-Being | Psychology Today
Artikel Nr. 4 in einfacher Sprache

Mit Cyanotypien der Natur näherkommen: Eine künstlerische Reise für alle
Die Natur als Quelle des Wohlbefindens und der Kreativität
Die Natur bietet uns viele Möglichkeiten, uns kreativ zu entfalten.
Das stärkt auch unser Wohlbefinden und fördert unsere Gesundheit.
Im Rahmen des Projekts „Inclusive Nature Experience“ (INE) zeigte die französische Partnerorganisation, Les Apprimeurs, wie das in der Praxis funktionieren kann.
Les Apprimeurs arbeitete mit folgenden Partnern zusammen:
- dem Regionalen Naturpark Brière (in der Nähe des Atlantiks, im Westen Frankreichs)
- und UFCV (in Pontchâteau und Pornichet), einem Verein, der Menschen in sozialen Schwierigkeiten hilft.
Die Brière ist ein großes Feuchtgebiet, in dem es überall Wasser gibt. Dort leben viele Zugvögel. Es ist auch ein Ort, der vom Klimawandel betroffen ist.
Die Workshops richteten sich an Erwachsene in sozialen Schwierigkeiten, die manchmal unter Angstzuständen oder sozialer Phobie leiden.
Die Ziele waren:
1. Die Ruhe der Natur genießen, mit Spaziergängen in der Brière.
2. Einfach kreativ sein, mit einer einfachen künstlerischen Technik: der Cyanotypie.
Was ist eine Cyanotypie?
Cyanotypie ist eine alte Fototechnik. Dabei werden Spezialpapier und Sonnenlicht verwendet. Das Ergebnis ist ein blaues Bild.
Die Schritte sind einfach:
- Pflanzen oder Gegenstände aus der Natur sammeln.
- Das Gesammelte auf Cyanotypiepapier legen.
- Das Papier in die Sonne (5–10 Minuten)legen.
- Danach das Papier mit Wasser abwaschen und trocknen lassen.
Alle können so schöne Bilder herstellen, auch ohne zeichnen zu können.
Die Workshops
Die Workshops bestanden aus drei Teilen:
- Entdeckung: Spaziergang durch die Sümpfe, Vögel beobachten, Pflanzen sammeln.
- Erste Versuche: kurze Texte, Tonaufnahmen und einfache Cyanotypien machen.
- Kunstwerke anfertigen: Alle Teilnehmer:innen machten mindestens ein Bild, einen Text und eine Tonaufnahme, um ihre persönliche Verbindung zur Natur darzustellen.
Die Teilnehmer:innen lernten, Dinge auszuprobieren, neu anzufangen und keine Angst vor Fehlern zu haben. Sie gewannen Selbstvertrauen und schufen wunderschöne Werke.
Diese Werke (Cyanotypien, Texte, Tonaufnahmen) werden in einer Broschüre und einer öffentlichen Ausstellung während der Fête de l’eau im Oktober 2025 gezeigt.
Eine einfache und inklusive Aktivität
Cyanotypie sind eine Aktivität, die:
- einfach ist,
- wenig kostet,
- für alle geeignet ist (Kinder, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen).
Ein besonderer Moment: Ein Teilnehmer brachte ein Gerät mit, das die Schwingungen einer Minzpflanze in Musik umwandelte. Die Gruppe lauschte dem „Gesang” der Pflanze, während sie kreativ tätig war.
Diese Erfahrung zeigte, dass Cyanotypien Folgendes vereinen:
- Wohlbefinden in der Natur,
- künstlerische Kreativität
- und die Freude am gemeinsamen Erleben in der Gruppe.
Artikel Nr. 4 in Standardsprache
Menschen durch Cyanotypien näher an die Natur bringen: Eine inklusive künstlerische Reise
Menschen durch Cyanotypien näher an die Natur bringen: Eine inklusive künstlerische Reise
Wenn die Natur zum Werkzeug für Wohlbefinden und Kreativität wird
Im Rahmen des Projekts „Inclusive Nature Experience“ (INE) hat der französische Partner Les Apprimeurs eine Zusammenarbeit mit dem Regionalen Naturpark Brière, der im Westen Frankreichs an der Atlantikküste liegt, sowie mit den lokalen Zweigstellen der UFCV, einem nationalen Verband, der in den Bereichen soziale Integration und gesellschaftliches Engagement tätig ist (Städte Pontchâteau und Pornichet), aufgebaut.
Der Regionalpark Brière ist eine einzigartige Landschaft aus Sümpfen, Feuchtwiesen und Kanälen, in der viele Zugvögel leben. Er öffnet sich durch eine Reihe von Salzwiesen zum Atlantik hin und grenzt an die Loire-Mündung, wo sich eines der größten Industriegebiete der Region befindet, darunter die Werften von Saint-Nazaire, in denen einige der größten Kreuzfahrtschiffe der Welt gebaut werden. Wasser ist in Brière allgegenwärtig, und das Gebiet steht vor großen Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel und der wirtschaftlichen Entwicklung.
Die Teilnehmer:innen, begleitet von UFCV Pornichet und UFCV Pontchâteau, waren Erwachsene in sozial prekären Verhältnissen, die oft mit Problemen wie Sozialphobie oder Angstzuständen zu kämpfen haben. Die Workshops sollten ihnen eine gemeinsame Erfahrung bieten, um wieder eine Verbindung zur Natur und zu anderen Menschen herzustellen.
Die von Les Apprimeurs konzipierte und durchgeführte Workshop-Reihe verfolgte zwei Hauptziele:
- Die wohltuende Kraft der Natur durch Spaziergänge in der Landschaft von Brière nutzen. Cyanotypien, die mit unterwegs gesammelten Pflanzen und Gegenständen erstellt wurden, gaben diesen Ausflügen einen konkreten Zweck.
- Den Teilnehmer:innen durch eine einfache und leicht zugängliche kreative Aktivität Wertschätzung zuteilwerden lassen. Viele hatten anfangs Angst vor dem Scheitern, aber die Cyanotypie-Technik, die es ermöglicht, sofort einen neuen Versuch zu starten, wenn das Ergebnis nicht zufriedenstellend ist, ermutigte alle, sich auf einen Prozess des Ausprobierens, Scheiterns und Experimentierens einzulassen.
Während der gesamten Workshopdauer experimentierten die Teilnehmer:innen mit verschiedenen Materialien, Belichtungszeiten, Überlagerungen von Pflanzen, Transparentpapier und verschiedenen Papiersorten. Schritt für Schritt gewannen sie an Selbstvertrauen, beteiligten sich am kreativen Prozess und schufen einzigartige und wunderschöne Werke – Quellen des Stolzes und des gemeinsamen Wohlbefindens.
Was ist eine Cyanotypie?
Cyanotypie ist ein frühes fotografisches Verfahren, bei dem lichtempfindliches Papier und Sonnenlicht verwendet werden, um blaustichige Abzüge zu erstellen. Die Technik ist einfach und leicht anzuwenden:
- Pflanzen, Gegenstände oder natürliche Texturen sammeln.
- Das Sammelgut auf beschichtetes Cyanotypiepapier legen.
- Das Papier 5–10 Minuten lang dem Sonnenlicht aussetzen oder künstliches UV-Licht verwenden.
- Das Papier mit Wasser abspülen und und trocknen lassen.
Das Ergebnis ist ein einzigartiger Druck, auf dem die Natur ihre Spuren hinterlässt. Dieser Prozess ist nicht nur künstlerisch, sondern auch inklusiv: Es sind keine zeichnerischen Fähigkeiten erforderlich, und alle Teilnehmer:innen können unabhängig von ihren Fähigkeiten erfolgreich sein. In Kombination mit Schreiben und Tonaufnahmen eröffnet er vielfältige Ausdrucksmöglichkeiten und fördert den Zusammenhalt der Gruppe.
Verbindung zur Natur durch Kunst
Die Workshops verliefen in drei Phasen: Zunächst tauchten die Teilnehmer:innen in die Brière-Sümpfe ein, wo sie die Landschaft erkundeten, Zugvögel beobachteten und Pflanzen sammelten, um sich inspirieren zu lassen. Anschließend folgte eine Phase erster Experimente, in der spielerisches Schreiben, Tonaufnahmen und die Erstellung erster Cyanotypien mit natürlichen Materialien kombiniert wurden. Zum Abschluss gab es Vertiefungssitzungen, in denen jede und jeder Teilnehmende mindestens ein Bild, einen Text und einen Ton produzierte, die ihre bzw. seine persönliche Verbindung zur Natur widerspiegelten. Schritt für Schritt überwanden die Teilnehmer:innen ihre Angst vor dem Scheitern, entdeckten die Freude am Experimentieren und gewannen durch kollektive Kreativität an Selbstvertrauen. Der Prozess förderte nicht nur das Wohlbefinden und die Inklusion, sondern brachte auch eine Reihe von Werken hervor – Cyanotypien, Texte und Töne –, die in einer gedruckten Broschüre zusammengefasst und im Oktober 2025 in einer öffentlichen Ausstellung auf der Fête de l’eau präsentiert werden sollen.
Cyanotypie: eine einfache, inklusive und anpassungsfähige Technik
Diese Workshops zeigten auch, wie einfach sich das Format anpassen lässt – sogar auf eine einzige Sitzung –, sodass die Teilnehmer:innen in kurzer Zeit eine sinnvolle Erfahrung machen können. Ein unvergesslicher Höhepunkt war, als ein Teilnehmer ein Gerät mitbrachte, das die elektroakustischen Wellen von Pflanzen in Töne umwandelt: Während der Gruppe Cyanotypien herstellte, lauschte sie dem „Gesang“ einer Minzpflanze, was eine einzigartige Atmosphäre der Ruhe und Entspannung schuf. Dies veranschaulicht, wie Cyanotypie die beruhigende Wirkung von Spaziergängen in der Natur mit der Freude an der künstlerischen Praxis verbindet. Dank ihrer Einfachheit, Zugänglichkeit und geringen Kosten kann sie für ein breites Publikum – Kinder, ältere Erwachsene oder Menschen mit Behinderungen – eingesetzt werden und ist somit ein wirklich inklusives kreatives Werkzeug.
Newsletter Nr. 2 in einfacher Sprache
Artikel Nr. 3 in einfacher Sprache

Natur mit allen Sinnen erleben:
Eine Reise durch die Natur
Das INE-Projekt fördert multisensorische Naturerfahrungen.
Das heißt: Man kann mehr als nur schauen.
Lass uns gemeinsam herausfinden, was das bedeutet.
Sehen
Stell dir vor, du gehst im Wald spazieren.
Was siehst du zuerst?
Vielleicht große Bäume.
Vielleicht scheint Sonnenlicht durch die Blätter.
Vielleicht bunte Blumen.
Oft schauen wir nur auf die Natur.
Aber Natur ist mehr als nur sehen.
Man kann auch hören, riechen, fühlen und manchmal schmecken –
wenn man sich sicher ist und sich auskennt.
Wenn du alle Sinne benutzt,
kannst du die Natur besser spüren.
Sie wird dir mehr bedeuten.
Hören
Denk an Geräusche, die du oft nicht bemerkst.
Der Wind weht leise durch die Blätter.
Das klingt wie Musik.
Verschiedene Vögel singen ihre eigenen Lieder.
Du kannst sie hören.
Kleine Tiere bewegen sich im Gras und machen leise Geräusche.
Wenn du die Augen schließt und nur zuhörst,
kannst du all die Klänge der Natur hören.
Sie zeigen dir einen Teil der Natur, den du noch nicht kanntest.
Riechen
Denk an Geräusche, die du oft nicht bemerkst.
Der Wind weht leise durch die Blätter.
Das klingt wie Musik.
Verschiedene Vögel singen ihre eigenen Lieder.
Du kannst sie hören.
Kleine Tiere bewegen sich im Gras und machen leise Geräusche.
Wenn du die Augen schließt und nur zuhörst,
kannst du all die Klänge der Natur hören.
Sie zeigen dir einen Teil der Natur, den du noch nicht kanntest.
Fühlen
Du kannst auch Dinge in der Natur berühren.
Die Rinde eines alten Baumes fühlt sich rau an.
Sie zeigt, dass der Baum schon lange dort steht.
Ein Stein aus dem Fluss fühlt sich glatt an.
Das Wasser hat ihn glatt gemacht.
Weiches Moos fühlt sich gut an, wenn du darauf trittst.
Wenn du ein Blatt berührst,
spürst du seine Linien.
Wenn du einen Samen berührst,
spürst du seine Form.
Wenn du Dinge anfasst,
verstehst du die Natur besser.
Schmecken
Manchmal kann man Natur schmecken.
Aber sei vorsichtig!
Iss nur Pflanzen oder Beeren,
wenn jemand, der sich auskennt, sagt: Das ist sicher.
Auch Regenwasser kann gut schmecken – wenn es sauber ist.
Aber: Wenn du nicht sicher bist –
nicht essen und nicht trinken!
Natur für alle Menschen
Alle Menschen sollen die Natur mit all ihren Sinnen erleben können.
Dafür kann man Dinge zum Anfassen anbieten.
Man kann erklären, was zu sehen ist.
Man kann Wege bauen, die sich unterschiedlich anfühlen und anders riechen.
Menschen, die sich mit der Natur auskennen,
können helfen, damit sich alle sicher und wohl fühlen.
Wenn wir Naturerlebnisse so gestalten,
können alle sie erleben.
Wir gehören zur Natur
Wenn wir die Natur nicht nur anschauen,
sondern mit allen Sinnen erleben,
können wir sie besser kennenlernen.
Wir fühlen uns ihr näher.
Wir fühlen uns als Teil dieser Welt.
Wenn wir alle Sinne einsetzen,
sehen wir, wie schön die Natur wirklich ist.
Artikel Nr. 3 in Standardsprache
Natur mit allen Sinnen erleben: Eine Reise durch all unsere Sinne
Natur mit allen Sinnen erleben: Eine Reise durch all unsere Sinne
Das INE-Projekt lädt dazu ein, Natur mit allen Sinnen zu entdecken. Begib dich auf eine kleine Fantasiereise und finde heraus, worum es dabei geht.
Sehen
Stell dir vor, du betrittst einen Wald. Was ist dein erster Eindruck? Vielleicht fallen dir die hoch aufragenden Bäume auf, die zum Himmel streben, oder das Sonnenlicht, das durch die Blätter fällt. Vielleicht stechen dir auch die lebhaften Farben der Wildblumen ins Auge. Obwohl der Sehsinn unsere Wahrnehmung oft dominiert, ist die Natur ein tiefgründiges und komplexes Gewebe aus einer Vielzahl sinnlicher Eindrücke, das nur darauf wartet, entdeckt zu werden. Wenn wir bewusst auch unser Gehör, unseren Geruchssinn und unseren Tastsinn sowie – wenn sicher und mit Kenntnis – unseren Geschmackssinn einbeziehen, können wir über eine rein visuelle Wahrnehmung hinausgehen und eine tiefere, bedeutungsvollere Verbindung zur Natur aufbauen.
Hören
Denke an die Klangkulisse, die wir oft gar nicht richtig wahrnehmen. Das sanfte Flüstern des Windes in den Blättern erzeugt eine natürliche Melodie. Die unterschiedlichen Rufe verschiedener Vögel, jeder mit seinem eigenen Gesang, erfüllen die Luft. Das leise Rascheln kleiner Tiere im Unterholz erzählt vom Leben, das sich hier entfaltet. Wenn wir die Augen schließen und uns nur auf diese akustischen Signale konzentrieren, können wir das lebendige Klangbild der Natur wahrnehmen – eine verborgene Dimension ihrer Existenz.
Riechen
Ebenso eindrucksvoll sind die Düfte, die die Natur durchdringen. Der süße Duft blühender Blumen, vom Wind getragen, kann unsere Stimmung heben. Das erdige Aroma feuchter Erde nach einem Regenschauer verankert uns im Hier und Jetzt. Der frische, klare Geruch von Tannennadeln belebt die Sinne. Jede Jahreszeit und jeder Ort in der Natur hat seine eigene olfaktorische Signatur, die eine subtile, aber kraftvolle Verbindung zu Raum und Zeit schafft. Wer sich Zeit nimmt, tief einzuatmen und diese natürlichen Düfte bewusst wahrzunehmen, kann ein tieferes Verständnis für seine Umgebung entwickeln.
Tasten
Die taktile Welt der Natur ist ebenso vielfältig wie faszinierend. Wenn du mit der Hand über raue Baumrinde streichst, spürst du eine greifbare Verbindung zu Geschichte und Widerstandskraft des Baumes. Die glatte Kühle eines vom Wasser rund geschliffenen Flusssteins bietet hingegen ein ganz anderes sensorisches Erlebnis. Die weiche Textur von Moos erzeugt bei jedem Schritt ein einzigartiges Gefühl. Die feinen Muster eines gefallenen Blattes oder einer Samenkapsel zu ertasten, ermöglicht eine intime und detaillierte Wahrnehmung natürlicher Formen. Diese direkten Berührungen helfen dir, dich wirklich präsent in der Natur zu fühlen.
Schmecken
Auch der Geschmackssinn kann – mit Vorsicht und unter fachkundiger Anleitung – eine besondere Verbindung zur Natur ermöglichen. Das Erkennen essbarer Wildbeeren oder andere Pflanzen, begleitet von einer sachkundigen Person, schafft eine ursprüngliche Verbindung zur Umgebung. Der erfrischende Geschmack von sauberem Regenwasser, verantwortungsvoll gesammelt, kann ein einfaches, aber tiefgreifendes Erlebnis sein. Dabei ist es jedoch entscheidend, auf Sicherheit und fundiertes Wissen zu achten – eine falsche Einschätzung kann gefährlich sein.
Multisensorische Erfahrungen für alle
Solche multisensorischen Naturerlebnisse allen Menschen zugänglich zu machen, bereichert alle Beteiligten. Die Möglichkeit, natürliche Objekte zu ertasten, lebendige Audiobeschreibungen für sehbeeinträchtigte Personen bereitzustellen oder spezielle Sinnespfade mit verschiedenen Texturen und Düften zu gestalten, fördert Inklusion. Geführte Erlebnisse durch geschultes Personal können feine sensorische Details hervorheben und gleichzeitig für Sicherheit und Komfort sorgen. Indem wir unseren Zugang zur Natur anpassen, stellen wir sicher, dass alle Menschen die Möglichkeit haben, ihre verborgenen Tiefen zu entdecken und eine persönliche Verbindung über alle Sinne aufzubauen.
Wir gehören zur Natur
Wenn wir mehr als nur unsere Augen einsetzen und die ganze Vielfalt der Sinneseindrücke zulassen, können wir ein tieferes Verständnis, eine stärkere emotionale Verbindung und ein echtes Gefühl von Zugehörigkeit zur Natur entwickeln. Erst durch dieses multisensorische Erleben entdecken wir die verborgenen Schätze und die feine Schönheit, die uns umgibt.
Artikel Nr. 2 in einfacher Sprache

Komitee inPlaninec – Wanderungen für alle
Ziele des INE-Projekts
Das INE-Projekt möchte allen Menschen die Natur näherbringen.
Die Hauptziele sind:
- Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden,
- mehr Rücksicht auf die Natur,
- Einbeziehung aller Menschen in Aktivitäten im Freien,
- Aufbau einer Gemeinschaft durch Beteiligung,
- allen Menschen die Möglichkeit geben, die Natur sicher und unabhängig zu erleben.
Alle sollten die Möglichkeit haben,
die Natur auf ihre eigene Weise zu erleben.
Einige benötigen angepasste Wege,
Transportmittel oder Unterstützung durch Mitarbeitende.
Es ist wichtig, dass alle
die Unterstützung erhalten, die sie benötigen.
Diese Ziele passen zur Arbeit der slowenischen InPlaninec-Gruppe.
InPlaninec verbindet Menschen durch Wanderungen und Veranstaltungen.
Ihre Arbeit ist ein gutes Beispiel, wie
Möglichkeiten zur Inklusion in der Natur
geschaffen werden können.
Wer ist inPlaninci?
InPlaninci ist eine Gruppe von Menschen jeden Alters und jeder Fähigkeit.
Die inPlaninci-Gruppe arbeitet unter dem Dach des Alpenvereins Slowenien.
Ihre Arbeit ermöglicht es allen, Zugang zu Bergen und Natur zu erhalten.
Das Ziel ist, dass sich alle in der Natur wohlfühlen.
Freiwillige ermöglichen inklusive Wanderungen
unter dem Motto „Gemeinsam in den Bergen“.
An diesen Wanderungen nehmen auch Menschen mit Behinderungen teil.
Die Menschen helfen einander.
Ein blinder Mensch kann das, was er in der Natur hört und fühlt,
mit anderen teilen.
Ein Rollstuhlfahrer kann helfen,
indem er den Weg und die Umgebung beschreibt.
Was macht diese Wanderungen so besonders?
Wanderungen bringen verschiedene Menschen zusammen.
Zum Beispiel nahm Tatjana am Wanderprogramm teil.
Sie sagte:
„Als wir oben ankamen, waren wir glücklich.
Die Aussicht war wunderschön.
Wir saßen in der Hütte und wussten, dass wir es geschafft hatten.“
Gruppen und Aktivitäten
Die Gruppe inPlaninci bietet viele Aktivitäten an:
- Unterstützung für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, um die Berge zu erobern
- Wanderungen für Menschen mit Sehbehinderung
- Unterstützung für Menschen mit intellektueller Behinderung, Autismus und ADHS
- barrierefreie Kommunikation und Unterstützung für gehörlose und schwerhörige Menschen,
- Unterstützung für Menschen mit chronischen Krankheiten,
- Klettern für alle
- Wissen für sichere Wanderungen
- inPlaninec Tagebuch und Reiseführer – Aufzeichnung von Wanderungen
Jede Gruppe erhält die Anpassungen, die sie benötigt.
Dies kann barrierefreie Wege, Unterstützung oder
spezielle Technologie zur Bewegungsförderung umfassen.
Nachtwanderung nach Stari Ljubelj
Die erste Wanderung im Jahr 2025 war eine Nachtwanderung.
Die Wandernden stapften durch den Schnee nach Stari Ljubelj.
Der Himmel war voller Sterne und die Atmosphäre war angenehm.
Ein Wanderer sagte:
„Der Blick auf die beleuchteten Täler war etwas Besonderes.“
Aktion: Gehörlose helfen in Berghütten
Bei dieser Aktion servieren gehörlose oder schwerhörige Menschen Speisen und Getränke.
Besucher:innen können die Grundlagen der Gebärdensprache erlernen.
Die Speisekarten enthalten Brailleschrift und Abbildungen in Gebärdensprache.
Jeder Tisch ist mit einer Kommunikationsrolle ausgestattet.
Damit können Besucher:innen anzeigen, ob sie bestellen,
bezahlen oder einfach nur ihre Zeit genießen möchten.
Diese Aktion ist ein hervorragendes Beispiel für Inklusion.
Aktion GOGO – Menschen mit körperlichen Behinderungen erobern die Berge
Bei der Aktion GOGO helfen Freiwillige
Wandernden mit Behinderungen.
Stojan Rozman sagte:
„Gemeinsam schaffen wir eine Umgebung,
die für alle zugänglich ist.“
Kurse
2025 finden vier Kurse statt.
Die Teilnehmenden lernen:
- Anpassungen für Menschen mit verschiedenen Behinderungen.
- Wie sich der Körper bewegt und wie die Bewegung angepasst werden kann, um das Gehen einfacher, sicherer und weniger anstrengend zu machen,
- Wie man Wanderungen so leitet, dass sie für alle zugänglich sind
- Wie man eine sichere und ermutigende Umgebung für alle Wandernden schafft,
- Wie man Teilnehmende motiviert und unterstützt
- Praktische Beispiele
InPlaninec wir auch einen Kletterkurs für blinde oder sehbehinderte Menschen organisieren.
Zugang für alle
Es ist wichtig, dass jeder die Möglichkeit hat, die Natur zu erleben.
Manche Menschen benötigen Anpassungen oder Unterstützung.
Zu diesen Anpassungen gehören:
- Barrierefreiheit, wie z. B. rollstuhlgerechte Wege,
- Transport zu schwer erreichbaren Orten,
- Unterstützung durch Mitarbeitende oder Freiwillige,
- zugängliche Technologie zur Orientierung und Information.
Die Menschen sollten wählen können,
wie sie die Natur erleben möchten.
Das kann ein Bad im Meer sein,
ein Waldbesuch oder der Aufenthalt in einem Stadtpark.
Auch Aktivitäten zum Umweltschutz sind wichtig
und stärken die Gemeinschaft.
Best practice
Die Natur ist für alle da.
Die inPlaninec-Gruppe beweist,
dass alle die Berge und die Natur genießen können.
Ihre Arbeit ist ein sehr gutes Beispiel, wie man Natur für alle zugänglich machen kann.
Artikel Nr. 2 in Standardsprache
Komitee inPlaninec – Wandern für alle
Komitee inPlaninec – Wandern für alle
Ziele des INE-Projekts
Im Projekt INE – Inclusive Nature Experience geht es darum, die Natur für alle zugänglich zu machen. Die Hauptziele sind:
- Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden durch Förderung von Aktivität in der Natur,
- Stärkung des Bewusstseins für die natürliche Umwelt und Förderung des Naturschutzes,
- Einbeziehung von Menschen mit Behinderungen oder geringeren Chancen in Outdoor-Aktivitäten und Ermöglichung einer gleichberechtigten Teilnahme,
- Gewährleistung eines sicheren, unabhängigen Zugangs zur Natur mit entsprechenden Anpassungen, Unterstützung und Technologie.
Diese Ziele stehen im Einklang mit der Arbeit des slowenischen inPlaninec-Komitees, das Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund durch Wanderungen und Veranstaltungen zusammenbringt. InPlaninec schafft Möglichkeiten für Inklusion in der Natur, weshalb es an dieser Stelle als best practice Beispiel vorgestellt wird.
Die Vision des Komitees besteht darin, Möglichkeiten zu schaffen: Jede und jeder Einzelne sollte die Möglichkeit haben, die Natur auf seine eigene Weise zu erleben – sei es durch angepasste Wanderwege, barrierefreie Verkehrsmittel, maßgeschneiderte Dienstleistungen oder die Unterstützung durch geschultes Personal.
Was ist inPlaninci?
Das inPlaninci-Komitee ist dem Slowenischen Alpenverein unterstellt. Seine Aufgabe besteht darin, Berge und Natur generell für alle zugänglich zu machen, unabhängig von körperlichen Fähigkeiten, Alter oder anderen persönlichen Merkmalen. Auf diese Weise sollen die Gesundheit und das Wohlbefinden der Einzelnen verbessert und ein Beitrag zum Schutz der natürlichen Umwelt geleistet werden.
Freiwillige ermöglichen inklusive Wanderungen unter dem Motto „Gemeinsam in den Bergen“. Unter ihnen sind auch Menschen mit Behinderungen, wodurch das gegenseitige Lernen und die gegenseitige Unterstützung gefördert werden. So kann beispielsweise eine blinde Person ihre Erfahrungen mit der Wahrnehmung der Umwelt durch Hören und Tasten teilen, während eine Person im Rollstuhl bei der Orientierung helfen kann, indem sie den Weg beschreibt.
Was ist das Besondere an diesen Wanderungen?
Inklusive Wanderungen bringen Menschen jeden Alters und mit unterschiedlichen Fähigkeiten zusammen. Tatjana Strmčnik, die einen Rollstuhl benutzt und an der GOGO-Kampagne teilgenommen hat, berichtete: „Als wir den Gipfel erreichten, waren wir von Freude überwältigt. Die atemberaubende Aussicht, die Atmosphäre voller Glück. Müde, aber zufrieden saßen wir bei der Berghütte, tranken warmen Tee und wussten – wir hatten es geschafft!“ Solche Geschichten beweisen, dass Berge mit der richtigen Unterstützung für alle zugänglich sein können.
Arbeitsgruppen und Aktivitäten des inPlaninec-Komitees
inPlaninci fördert inklusive Outdoor-Aktivitäten und stellt mit verschiedenen Angeboten sicher, dass alle, unabhängig von ihren Fähigkeiten, die Berge erleben können:
- GOGO – Menschen mit körperlichen Behinderungen erobern die Berge
Unterstützung von Menschen mit eingeschränkter Mobilität bei der Erklimmung der slowenischen Berggipfel mit Hilfe von Freiwilligen.
- Confident Step – Wanderungen für blinde und sehbehinderte Menschen
Ermöglichung von Wanderungen für blinde oder sehbehinderte Wandernde, damit sie Bergpfade unter angemessener Anleitung und mit entsprechenden Anpassungen sicher und in vollem Umfang genießen können.
- Neurodiverse Wandernde – Inklusive Wanderungen für kognitive und sensorische Vielfalt
Schaffung barrierefreier Wandererlebnisse für Menschen mit intellektueller Behinderung, ADHS und Autismus.
- IOS – inPlaninci mit gehörlosen und schwerhörigen Wandernden
Bereitstellung barrierefreier Kommunikation und Unterstützung für gehörlose oder schwerhörige Wandernde, einschließlich der Initiative „Gehörlose helfen in Berghütten“.
- inPlaninci mit chronischen Erkrankungen – Unterstützung des Wohlbefindens durch die Natur
Menschen mit langfristigen gesundheitlichen Problemen werden ermutigt, an Outdoor-Aktivitäten teilzunehmen, die ihrem Wohlbefinden zugutekommen.
- Adaptives Klettern – Klettern für alle
Es werden Klettermöglichkeiten mit individuellen Anpassungen für Menschen mit unterschiedlichen körperlichen Fähigkeiten angeboten.
- Bildung – Ausbildung für inklusives und barrierefreies Bergsteigen
Fachkräfte werden mit dem nötigen Wissen und den Fähigkeiten ausgestattet, um sicherzustellen, dass das Bergsteigen für alle Teilnehmenden zugänglich und inklusiv ist.
- inPlaninec Tagebuch und Reiseführer – Eine Ressource für inklusives Wandern
Ein Ratgeber und ein persönliches Tagebuch, die Wandererlebnisse für alle ermöglichen und Fachleuten Wissen vermitteln sollen.
Das übergeordnete Ziel dieser Aktivitäten besteht darin, sicherzustellen, dass jeder Mensch seinen Platz in der Natur findet, unabhängig von seinen Fähigkeiten. Jede Gruppe erhält die erforderlichen Anpassungen, um ein sicheres und angenehmes Naturerlebnis zu ermöglichen – sei es durch Infrastruktur, Anleitung oder unterstützende Technologie.
Erste Wanderung des Jahres – Nachtwanderung nach Stari Ljubelj
Das Jahr begann mit der traditionellen Nachtwanderung nach Stari Ljubelj. Ein klarer Sternenhimmel, das Knirschen des Schnees unter den Füßen und eine besondere Atmosphäre sorgten für einen unvergesslichen Abend für alle Teilnehmenden. „Mit Freunden unter dem Sternenhimmel zu stehen und auf die beleuchteten Täler zu blicken, ist etwas ganz Besonderes“, sagte ein Teilnehmer.
Initiative „Gehörlose helfen in Berghütten“
Die Initiative „Gehörlose helfen in Berghütten“ bietet gehörlosen und schwerhörigen Menschen die Möglichkeit, in ausgewählten Berghütten Servicetätigkeiten zu übernehmen. Diese Initiative fördert die Inklusion und ermöglicht sinnvolle Interaktionen zwischen Wandernden und gehörlosen oder schwerhörigen Mitarbeiter:innen.
Besucher:innen können den Aufenthalt in den Berghütten auf einzigartige Weise erleben, indem sie sich auf nonverbale Kommunikation einlassen und grundlegende Gebärdensprache lernen, während sie eine einladende Atmosphäre genießen. Um die Barrierefreiheit zu verbessern, sind die Tische mit Kommunikationsrollen ausgestattet und die Speisekarten enthalten Brailleschrift und Gebärdensprachbilder.
Die Kommunikationsrolle ist ein einfaches Hilfsmittel, mit dem Besucher:innen ihre Bedürfnisse anzeigen können. Sie kann in drei Positionen eingestellt werden:
🔵Blau oben – um eine Bestellung aufzugeben
🟡Gelb oben – um die Rechnung anzufordern
⚪ Horizontal – um anzuzeigen, dass keine unmittelbaren Wünsche bestehen
Dieses Projekt dient als Symbol für Inklusion und bietet der breiten Öffentlichkeit die Möglichkeit, die Lebenswelt gehörloser und schwerhöriger Menschen besser zu verstehen.
GOGO – Menschen mit körperlichen Behinderungen erobern die Berge
Die GOGO-Initiative bringt Freiwillige, Wandernde mit körperlichen Behinderungen und Botschafter:innen zusammen, um gemeinsam slowenische Berggipfel zu erobern.
Die Teilnehmenden beschreiben diese Wanderungen oft als prägende Erfahrungen. „Wenn man Hindernisse überwindet und den Gipfel erreicht, verspürt man eine immense Kraft und ist sehr stolz“, so Stojan Rozman, der Leiter der Initiative.
Die diesjährigen Trainings
Im Jahr 2025 wird das Komitee vier Trainings organisieren, in denen den Teilnehmenden Wissen zu folgenden Themen vermittelt wird:
- Anpassungen für blinde oder sehbehinderte Menschen, gehörlose oder schwerhörige Menschen, Menschen mit Autismus, ADHS und Menschen mit körperlichen Behinderungen.
- Der kinesiologische Aspekt – Verständnis dafür, wie sich der Körper bewegt und wie man die Bewegung für ein einfacheres, sichereres und weniger anstrengendes Gehen optimiert. Dazu gehören die Verwendung von Mobilitätshilfen, die richtige Gehtechnik und Übungen zur Verbesserung von Kraft und Gleichgewicht.
- Inklusive Lehrstrategien für die Arbeit mit Menschen mit Behinderungen und unterschiedlichen Bedürfnissen.
- Eine praktische Lernerfahrung, bei der eine Wanderung mit Menschen mit Behinderungen durchgeführt wird, um praktische Einblicke in inklusive Outdoor-Aktivitäten zu erhalten.
Das Komitee hat erfolgreich einen Sportkletterkurs für gehörlose oder schwerhörige Menschen durchgeführt und bereitet nun einen Kletterkurs für blinde oder sehbehinderte Menschen vor.
Zugänglichkeit für alle
Es ist wichtig, dass jeder die Möglichkeit hat, die Natur zu erleben. Manche Menschen benötigen Anpassungen oder Unterstützung. Dazu können gehören:
• Physische Barrierefreiheit, wie rollstuhlgerechte Wege,
• Transport zu weniger zugänglichen Orten,
• Unterstützung durch Mitarbeitende oder Freiwillige, um ein sicheres Erlebnis zu gewährleisten,
• Unterstützungstechnologie zur Orientierung und Information.
Best practice
Die Natur ist für alle da! Die Aktivitäten des inPlaninec-Komitees zeigen, dass alle die Schönheit der Berge und der Natur erleben können. Geschichten von Initiativen wie GOGO und „Gehörlöse helfen in Berghütten“ inspirieren die breite Öffentlichkeit und schaffen eine Welt, in der die Berge für alle zugänglich sind.
Artikel Nr.1 in einfacher Sprache

Gesundheit und Natur-Erlebnisse:
Wie Natur unsere Gesundheit beeinflusst
Die Natur ist gut für unsere Gesundheit.
Viele Studien zeigen das.
Die Natur hilft bei vielen Krankheiten.
Sie kann uns helfen, gesund zu bleiben.
Natur hält den Körper gesund
Bewegung in der Natur ist wichtig.
Sie macht uns fit und stark.
In der Natur bewegen wir uns mehr.
Das ist gut für das Herz und die Muskeln.
Es senkt den Blutdruck und verbessert die Herzgesundheit.
Stärkung des Immunsystems
Die Natur stärkt auch unser Immunsystem.
Sonnenlicht hilft dem Körper, Vitamin D herzustellen.
Vitamin D ist wichtig für die Knochen und das Immunsystem.
In der Luft im Wald gibt es so genannte Terpene.
Das sind chemischen Verbindungen.
Sie kommen in vielen Pflanzen und einigen Insekten vor.
Terpene sind gut für die Gesundheit.
Sie stärken die Abwehrzellen im Körper.
Das hilft gegen Viren und Tumore.
Natur wirkt auf die psychische Gesundheit
Die Natur ist gut für unsere Seele.
Sie hilft gegen Stress.
In der Natur hören wir Vögel,
riechen Blumen und spüren den Wind.
Das beruhigt uns.
Der Stresshormonspiegel sinkt.
Im Stress setzt der Körper das Hormon Cortisol frei.
Es bewirkt einen Anstieg von Blutdruck und Blutzucker.
Das ist auf die Dauer nicht gut für den Körper.
Dieses Hormon wird in der Natur weniger.
Wir fühlen uns weniger gestresst.
Ein Spaziergang im Wald oder Park hilft dabei.
Die Natur macht uns glücklich.
Förderung der Selbstregulation
Die Natur hilft uns, unsere Gefühle zu regulieren.
Sie gibt uns Ruhe und Frieden.
In der Natur können wir uns entspannen.
Wir fühlen uns frei und glücklich.
Die Natur zeigt uns ihre Schönheit.
Das macht uns froh.
Naturerlebnisse steigern Konzentration und Kreativität
Studien zeigen: Naturerlebnisse verbessern Konzentration und Kreativität.
Es gibt eine Theorie die dies erklärt, die „Attention Restoration Theory“.
Das bedeutet Theorie zur Wiederherstellung der Aufmerksamkeit.
Wissenschaftler:innen fanden in den 1980er Jahren heraus: Natur hilft bei mentaler Erschöpfung.
Die Natur lenkt unsere Aufmerksamkeit sanft.
Das ist wichtig in unserer digitalen Welt.
Draußen haben wir oft neue Ideen.
Die Natur regt zu kreativen Gedanken an.
Natur fördert die Gemeinschaft
Naturerlebnisse haben auch eine soziale Funktion.
Gemeinsame Aktivitäten wie Wandern oder Gärtnern fördern den Austausch.
Soziale Kontakte sind wichtig für die psychische Gesundheit.
Gemeinsame Erlebnisse in der Natur fördern positive Gefühle.
Diese Gefühle steigern das Wohlbefinden.
Soziale Begegnungen in der Natur sind oft entspannter.
Natur ist mehr als Erholungsraum
Das Erleben von Natur vereint viele positive Einflüsse,
die der Gesundheit guttun.
In der Natur erleben wir viele Gefühle.
Diese Gefühle beeinflussen unsere Gesundheit.
Positive Gefühle wie Staunen und Freude bauen Stress ab.
Sie stärken das Immunsystem und fördern das Wohlbefinden.
Ruhe und Geborgenheit in der Natur helfen bei emotionalen Problemen.
Aufenthalt in der Natur verbessert
auch die Wahrnehmung des eigenen Körpers.
Natur-Erlebnisse sollten bewusst in den Alltag eingebaut werden.
Zum Beispiel Waldbaden
Waldbaden ist ein gutes Beispiel für gesundes Naturerleben.
Waldbaden kommt aus Japan und heißt dort Shinrin-yoku.
Ärzt:innen verschreiben es dort.
Beim Waldbaden geht man achtsam im Wald spazieren.
Man atmet die Waldluft bewusst ein.
Die Waldluft enthält chemische Stoffe von den Bäumen.
Diese Stoffe fördern die Gesundheit.
Sie hemmen Bakterien und Viren.
Waldbaden hat auch positive Auswirkungen auf die mentale Gesundheit.
Es verringert Angstzustände, Depressionen und Erschöpfung.
Artikel Nr.1 in Standardsprache
Gesundheit und Natur-Erlebnisse: Wie Natur unsere Gesundheit beeinflusst
Gesundheit und Natur-Erlebnisse: Wie Natur unsere Gesundheit beeinflusst
Der Aufenthalt in der Natur hat vielfältige positive Auswirkungen auf die körperliche und psychische Gesundheit. Diese Effekte sind durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt und beruhen auf verschiedenen Mechanismen. Interaktion mit der uns umgebenden Natur unterstützt die Gesundheitsvorsorge und wirkt sich positiv auf viele nicht übertragbare Krankheiten aus, die durch unseren modernen, urbanen Lebenswandel entstehen. Auch wenn die Natur keinen Arzt ersetzt, kann sie uns doch in vielerlei Hinsicht dabei unterstützen, gesund zu werden und zu bleiben.
Natur hält den Körper gesund
Bewegung ist – vor allem im Freien – ein wesentlicher Bestandteil eines gesunden Lebensstils. Körperlich kann man sich durch den Aufenthalt in der Natur oft erfrischt und gestärkt fühlen. Die natürliche Umgebung steigert die Motivation und den Bewegungsdrang. In der Natur aktiv zu sein, stärkt das Herz-Kreislauf-System, verbessert die Atemkapazität und die Gesundheit der Muskeln. Natur-Erlebnisse senken auch den Blutdruck und werden mit einer besseren Herzgesundheit in Verbindung gebracht.
Stärkung des Immunsystems
Aber nicht nur das Herz-Kreislaufsystem wird durch Naturerlebnisse gestärkt, auch die Immunabwehr profitiert vom Draußen Sein. Sonnenlicht spielt dabei eine wichtige Rolle, denn es hilft dem Körper, Vitamin D zu produzieren, das für den Knochenaufbau und das Immunsystem wichtig ist. Sonnenlicht spielt dabei eine wichtige Rolle, denn es hilft dem Körper, Vitamin D zu produzieren, das für den Knochenaufbau und das Immunsystem wichtig ist.
in der Luft finden sich Stoffe, die der Gesundheit zuträglich sind: Besonders in den Wäldern ist die Luft angereichert mit sogenannten Terpenen, das sind chemische Substanzen, die gesundheitsfördernde Eigenschaften aufweisen. Studien zeigen, dass regelmäßiger Aufenthalt in der Natur die Aktivität der natürlichen Killerzellen (NK-Zellen), die für die Abwehr von Viren und Tumoren zuständig sind, steigern kann. Dies führt zu einer besseren Immunantwort und zu einer geringeren Anfälligkeit für Krankheiten.
Auch wenn wir es nicht bewusst wahrnehmen, fühlen wir, dass uns Natur guttut. Neben den körperlichen Aktivitäten geht es vor allem um die emotionalen und sensorischen Erfahrungen, die wir in der Natur machen. Diese Erfahrungen wirken auf unsere Gesundheit, indem sie den Körper entspannen, den Geist beruhigen und uns zu einem tieferen emotionalen und körperlichen Gleichgewicht verhelfen.
Natur wirkt auf die psychische Gesundheit
Naturerlebnisse wirken sich positiv auf unsere mentale Gesundheit und Widerstandsfähigkeit gegen Stress aus. In der Natur werden unsere Sinne auf vielfältige Weise angesprochen: wir hören die Vögel singen, riechen den Duft von Blüten, spüren den Wind auf der Haut oder fühlen den Boden unter den Füßen. Diese sensorischen Eindrücke können ein Gefühl der Verbundenheit mit der Umwelt erzeugen, was sich positiv auf unser Stresslevel und unsere Entspannung auswirkt.
Der Kontakt mit der Natur kann nachweislich den Cortisolspiegel (das Stresshormon) senken. In natürlicher Umgebung fühlt sich der Körper weniger gestresst, da die Sinne beruhigt werden und sich das Nervensystem entspannen kann. Selbst ein kurzer Aufenthalt in der Natur, wie ein Spaziergang im Wald oder im Park, hat nachweislich eine beruhigende Wirkung.
Gleichzeitig wird Serotonin, das so genannte Glückshormon, ausgeschüttet. Die Natur hat die Fähigkeit, uns emotional zu berühren und uns zu innerer Klarheit oder Gelassenheit zu führen.
Förderung der Selbstregulation
Die Natur kann uns helfen, unsere Emotionen zu regulieren. Wenn wir uns durch natürliche Schönheit oder Ruhe inspiriert oder beruhigt fühlen, stabilisiert und beruhigt uns dies und stellt unsere emotionale Balance wieder her. Das Fühlen von Freude oder Erfüllung in der Natur ist eine Art von emotionaler Selbstfürsorge, die sich positiv auf die Gesundheit auswirkt.
In der Natur sind Menschen oft in der Lage, sich von den täglichen Ablenkungen zu befreien und im Moment zu leben. Stille und der Rhythmus der Natur können ein Gefühl von Entspannung und innerer Ausgeglichenheit bewirken, man empfindet Ruhe und Frieden, gleichzeitig fühlt man sich frei. Der Aufenthalt in der Natur kann auch ein Gefühl der Verbundenheit und Zugehörigkeit zur Natur erwecken. Man staunt über die Schönheit der Landschaft, bewundert die Vielfalt von Pflanzen, Pilzen und Tieren – das macht uns glücklich.
Naturerlebnisse steigern Konzentration und Kreativität
Studien bestätigen auch die positive Wirkung von Naturerlebnissen auf die Konzentrationsfähigkeit und Kreativität. Besonders spannend ist in diesem Kontext die sogenannte „Attention Restoration Theory“: Wissenschaftler:innen untersuchten bereits in den 1980er Jahren die positive Wirkung von Aufenthalten in der Natur bei mentaler Erschöpfung. Demzufolge lenkt die natürliche Umgebung unsere Aufmerksamkeit sanft, ohne sie zu überfordern. Das ist in unserer hochdigitalisierten Welt, in der Reizüberflutung allgegenwärtig ist, besonders wichtig. Wenn wir draußen sind, haben wir auch oft neue Ideen: Die Natur regt zu kreativen Gedanken an und dient als Quelle für neue Ideen und Einsichten.
Natur fördert die Gemeinschaft
Naturerlebnisse haben auch eine soziale Funktion. Gemeinsame Aktivitäten wie Wanderungen oder auch Gärtnern in Gemeinschaftsgärten fördern den Austausch und das Zusammengehörigkeitsgefühl. Soziale Kontakte sind wiederum ein entscheidender Faktor für die psychische Gesundheit. Gemeinsame Erlebnisse in der Natur fördern positive Emotionen wie Zusammengehörigkeit und Verbundenheit, die wiederum das psychische Wohlbefinden steigern. Soziale Interaktionen in einer natürlichen Umgebung sind außerdem oft entspannter und weniger stressig als in städtischem Umfeld.
Natur ist mehr als Erholungsraum
Das bewusste Erleben von Natur kombiniert mehrere Faktoren, die die Gesundheit auf allen Ebenen positiv beeinflusst. In der Natur kann man eine Vielzahl von Gefühlen erleben, die von der persönlichen Wahrnehmung und der Umgebung abhängen. Das Fühlen spielt eine zentrale Rolle in der Art und Weise, wie wir die Natur erleben und wie sie auf unsere Gesundheit wirkt. Es geht dabei nicht nur um den rationalen Verstand, sondern auch um emotionale und sensorische Erfahrungen, die tief in uns wirken.
Das, was wir in der Natur fühlen, sei es Staunen, Freude oder auch Traurigkeit, hat eine direkte Auswirkung auf unser emotionales Wohlbefinden. Positive Gefühle wie Staunen, Dankbarkeit und Freude können Stress abbauen, das Immunsystem stärken und das allgemeine Wohlbefinden fördern. Das Fühlen von Ruhe und Geborgenheit in natürlicher Umgebung kann helfen, emotionale Blockaden zu lösen und zu einer besseren mentalen Gesundheit führen. Aufenthalt in der Natur fördert aber auch die Wahrnehmung des eigenen Körpers.
Ob Reduktion von Stress, Steigerung der Resilienz oder Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten, all das zeigt die Notwendigkeit, Natur-Erlebnisse bewusst in den Alltag zu integrieren.
Zum Beispiel Waldbaden
Das sogenannte Waldbaden ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie das Erleben der Natur die Gesundheit fördert. Die Praxis des Waldbadens stammt aus Japan, dort wird sie als Shinrin-yoku bezeichnet und sogar von Ärzt:innen verschrieben. Mit Waldbaden meint man Waldspaziergänge, bei denen man die Waldluft achtsam einatmet und sich auf bewusstes Erleben der Atmosphäre im Wald einlässt. Die Waldluft enthält chemische Stoffe, die von den Blättern und Nadeln der Bäume abgegeben werden. Diese Stoffe fördern die Aufnahme von Sauerstoff und können sogar über die Haut aufgenommen werden. Auf eine milde Weise hemmen sie so, scheinbar unbemerkt, Bakterien und Viren und tragen zur Förderung und Erhaltung der Gesundheit bei. Die Praxis des Waldbadens hat aber auch nachweislich positive Effekte auf die mentale Gesundheit, darunter Verringerung von Angstzuständen, Depressionen und Erschöpfung.
Quellen und weiterführende Literatur:
(PDF) Health Benefits of Nature Experience: Psychological, Social and Cultural Processes
DOI:10.1007/978-90-481-9806-1_5
Kaplan, S. (1995). „The restorative benefits of nature: Toward an integrative framework.“ Journal of Environmental Psychology, 15(3), 169-182.
https://doi.org/10.1016/0272-4944(95)90001-2
Bratman, G. N., Hamilton, J. P., & Daily, G. C. (2015). „The impacts of nature experience on human cognitive function and mental health.“ Psychological Science, 26(6), 1111-1122.
https://doi.org/10.1111/j.1749-6632.2011.06400.x
Mayer, F. S., & Frantz, C. M. (2004). The connectedness to nature scale: A measure of individuals‘ feeling in community with nature. Journal of Environmental Psychology, 24(4), 503–515.
https://doi.org/10.1016/j.jenvp.2004.10.001
Cervinka, R., Höltge, J., Pirgie, L., Schwab, M., Sudkamp, J., Haluza, D., Arnberger, A., Eder, R., & Ebenberger, M. (2014). Green public health – Benefits of woodlands on human health and well-being. BFW-Berichte.
https://bfw.ac.at/cms_stamm/GreenCareWald/pdf/BFW_Bericht147_2014_GreenPublicHealth.pdf
Li, Q., et al. (2008). Effect of forest bathing on human immune function. Environmental Health and Preventive Medicine, 13(1), 21–27.




